Donnerstag, 30. April 2015

Birgit Kelle: "Gender Gaga"

Kelles "Gender-Gaga" belegt auf Amazon seit Wochen Platz Eins in der Rubrik "Gesellschaftskritik". Ich wollte den Titel schon seit einiger Zeit rezensieren, obwohl ich der Meinung bin, dass es sehr viel stärkere Werke gibt, die es sich zu lesen lohnt - aber wenn's von einer Frau kommt, dann stürmt Feminismuskritik die Charts...

Birgit Kelle wählt den Weg des Humors, ist aber nicht sonderlich komisch. Dies merkte ich besonders, als ich das Buch ein zweites Mal las. Der schwule Adrian meinte, Kelle wäre homophob, woraufhin ich das Buch ein zweites Mal durchlas, da ich mir dachte, dass mir zuvor homophobe Äußerungen entgangen waren. Und dabei drängte es sich mir auf: Kelle ist nicht witzig, beziehungsweise, sie ist bemüht witzig. Gegen den Versuch lässt sich gar nichts sagen; alle großen Aufklärer zeichneten sich dadurch aus, dass sie vernichtende Witze über eine herrschende Ideologie wie zum Beispiel dem Christentum rissen, und so ihre Vormachtstellung untergruben - ein einziges Kichern in den heiligen Hallen kann eine ganze Weltideologie erschüttern.

Dennoch sehe ich mich mit dem Problem konfrontiert, dass ich nicht so recht weiß, was ich über das Buch schreiben soll - selbst der Autorin vergeht hier und da das Lachen, etwa, wenn sie auf die Situation der Jungen zu sprechen kommt. Deswegen gehe ich einen anderen Weg: Ich nehme mir die Kritiker vor, etwa Tarik: Dieser ist nicht weiß (Daumen hoch), nicht hetero (ebenfalls Daumen hoch), aber immer noch mit Schwanz (Daumen runter), mit anderen Worten: Auch wenn er einen Schwanz hat, kann man ihn als kompetenten Kritiker von Feminismuskritikerinnen nehmen. Dies bedeutet, dass man sich das mal anhören sollte:
Ich gehe einfach mal davon aus, dass er zielsicher alle homophoben oder sonstigen intoleranten Passagen aus dem kritisierten Werk aufsticht und anprangert, da können wir alle nur lernen. Nur was lernen wir? Nichts, aber auch gar nichts.

Wer jetzt glaubt, dass Tarik ein paar knackige Zitate anführen kann, wonach alle Homos ins KZ gehören, sieht sich enttäuscht. Er kann nur ein paar Seifenblasen generieren, die zwar schön schillern, die also die Entsprechungen zu wunderbaren, rhetorischen Stilmitteln bilden, aber zerplatzen, wenn man sie mit kritischen Gedanken berührt.

Denn wenn Tarik solche verhöhnt, die nicht mit einer Genderisierung der deutschen Sprache einverstanden sind; die also Neuformen wie "Profx" oder "Studentx" ablehnen, ja dies als eine Politik àla George Orwell begreifen, betreibt er genau das, was er den Kritikern vorwirft.

Und weiter: Wenn Kelle komischerweise (?) darauf hinweist, dass sich Genderisten genauso für Pädo- und Zoophile einzusetzen hätten, dann hat sie schlicht recht - nur weil selbst Genderisten beide Ausrichtungen als pervers empfinden, bedeutet das noch lange nicht, dass sie nicht wie jede andere Ausrichtung auch ein eigenes Geschlecht darstellen. Also was denn nun, Herr Tarik? Wenn eine Butch ein eigenes Geschlecht darstellt, warum dann nicht auch Pädophiler? Nun?

Tarik bezeichnet Frau Kelle als "rechtspopulistisches Miststück"... nein Halt, tut er nicht - oder doch?

Dies würde ihm gefallen, aber er findet dummerweise nichts, was eine solche Bezeichnung rechtfertigen würde. Er würde gerne, wie all die anderen, die Rechtskeule schwingen, kann dafür aber nichts anführen.

Denn im letzten Absatz ihres Buches schreibt Kelle, dass sich entweder das Volk der Genderideologie anzupassen habe, oder aber umgekehrt. Da die Genderisten die Entscheidung getroffen hätten, dass sich das Volk der Ideologie anzupassen habe, sei es Zeit, dass das Volk widerspräche. Man muss kein Rechtspopulist sein, um das zu unterschreiben.

Lieber Tarik, Du kannst hier gerne kommentieren, ich freue mich auf eine Diskussion.

Mittwoch, 29. April 2015

Was man tun kann

Einer der bequemsten Wege, die Männerrechtsbewegung zu unterstützen, ist zu spenden, dazu schrieb ich hier schon.

Man muss sich an dieser Stelle mal überlegen, dass es Männer- und Väterrechtler gibt, die neben ihren Vollzeitjob die Baustellen beackern, und anders als Berufsfeministinnen - zum Beispiel Gender-Professorinnen oder Frauen- Gleichstellungsbeauftragte - nicht gefördert werden. Sie opfern ihre Freizeit und zwar so weit, dass sie buchstäblich weniger schlafen, um diese Arbeit leisten zu können; so läuft das nämlich im "Patriarchat", wenn man etwa Trennungsväter beraten will.

Im folgenden gebe ich einige (nicht alle) Vorschläge von Arne Hoffmann wieder, welche er in "Männerbeben" unterbreitet (ab Seite 323):

1. Wikipedia
Der erste Vorschlag lautet darauf, sich in der Wikipedia zu engagieren; nun, das Buch erschien 2007, als die Allmacht der Antimaskulisten in diesem hoffnungsvollen Projekt noch nicht so etabliert war. Der Artikel "Maskulismus" etwa existiert inzwischen nicht mehr, stattdessen wird man auf den Artikel "Maskulinismus" umgeleitet, in welchem Menschen, die sich für die Rechte von Jungen und Männern einsetzen, gleich im ersten Absatz als "faschistisch" abgekanzelt werden. Die typische Strategie: Man ist nicht in der Lage, eine inhaltliche und argumentative Widerlegung zum Maskulismus zu führen, man kann nur die Rechts- und Nazikeule schwingen. Ich persönlich halte ein Mitarbeiten bei Wikipedia für aussichtslos, da dort eine kleine Klicke von Radikalfeministinnen, ausgestattet mit Administrator-Rechten, jeden Artikel, der die Geschlechterdebatte berührt, dominiert und kontrolliert.

Was die Wikipedia angeht, kann man nur noch Aufklärungsarbeit leisten, nämlich dass dieses einst wegweisende Projekt von einer kleinen, radikalen Minderheit dominiert wird, dass also hier nicht neutral und objektiv informiert, sondern Propaganda betrieben wird.

2. Trage dich als Fachmann ein
Der nächste Vorschlag lautet darauf, dich auf Wissensplattformen wie wer-weiss-was einzutragen. Dabei sollte man solche Themen wählen, mit denen man sich gut auskennt und nicht pauschal etwa "Männer" oder "Geschlecht". Unterthemen wie etwa "Sexuelle Gewalt" oder "Gender-Pay-Gap" sind geeigneter.

3. Sprich Journalisten direkt an
Recherchiere die Kontaktadresse einer Zeitung bzw. eines Redakteurs und sprich diese direkt an. Bleib dabei höflich.

4. Sprich Politiker an
Hier gibt es gleich mehrere Tips, an die man sich halten sollte. Man sollte einen persönlichen Termin ausmachen; dabei pünktlich sein und "etwas konservativer" auftreten, also im Anzug und nicht in Pullover und Jeans, da dadurch Nähe hergestellt wird. Halte dich an Abgeordnete deines Wahlkreises. Wenn Du Briefe schreibst, dann nicht per Mail sondern traditionell - eine Mail kann schnell weggeklickt werden wohingegen ein Papier-Brief die Botschaft vermittelt, dass das Thema einem so wichtig ist, dass man zusätzlichen Aufwand auf sich nimmt.

5. Schreibe Leserbriefe
Leserbriefe sollten kurz gehalten sein - zwei Absätze können bereits zuviel sein. Konzentriere dich auf dein Hauptargument. Schreibe zeitnah, bei einem Wochenmagazin etwa hast Du maximal drei Tage Zeit. Anders als bei Abgeordneten solltest Du hier E-Mails verschicken, da Du damit den Redakteuren die Arbeit ersparst, den Inhalt mühselig abzutippen.

Dienstag, 28. April 2015

Problem: Die Töchter wollen nicht so, wie es sich die Altfeministinnen wünschen. Was jetzt?

Solche jungen Frauen machen Sorgen
Frau Knauff ist besorgt: Sie nimmt eine neue, nachwachsende Generation von Frauen wahr, die wenig daran denkt, den alten Kampf der Feministinnen weiterzuführen, noch genauer: sich sogar gegen Feminismus positionieren:
Mit Feminismus wollen sie nicht in Verbindung gebracht werden. Kund tun sie ihren Unmut im Netz unter dem Hashtag #womenagainstfeminism auf Tumblr und Facebook.
Und dann folgt etwas, was in meine Lieblingsrubrik ...und sie merken es nicht fällt. Frau Knauff führt an, warum sich junge Frauen gegen Feminismus wenden, und einer der Hauptpunkte, der gleich mehrmals genannt wird, ist, dass Männer nicht als Feind oder "bösartig" wahrgenommen werden - und dass man genau dieses dem Feminismus vorwirft. Nachdem dies von Frau Knauff selbst festgestellt wurde, führt sie in grandioser Weise ihre Merkbefreitheit vor, und macht den jungen Frauen mit jeder Menge Küchenpsychologie den Vorwurf, dass sie einen idealisierten Blick von den Männern pflegen würden:
In ihrem Wunsch nach Autonomie tragen die jungen Frauen eine rosarote Brille, wenn es um das männliche Geschlecht geht. Ein Problem für den Feminismus. Mitten im Abnabelungsprozess ist es den „Töchtern" unmöglich, sich mit den „Müttern" zu solidarisieren. Sie verbünden sich mit den Männern.
Das geht so weit, dass Männer idealisiert und deren wirtschaftliche und politische Vormachtstellung ausgeblendet oder als unproblematisch verstanden wird. Die positiven Erfahrungen mit dem eigenen Partner werden generalisiert und auf das Gesellschaftliche übertragen.
Diesem Statement lässt sich nicht nur entnehmen, dass Frau Knauff wieder zurück zu den alten, kaum überwundenen Feindbildern will, sondern auch, dass sie hier etwas bestätigt, dass ansonsten von Feministinnen in der Regel scharf zurückgewiesen wird: Nämlich dass das konstituierende Element des Feminismus eben Misandrie also Männerfeindlichkeit ist. Der Mann hat gefälligst Vergewaltiger, Gewalttäter und Despot an der Macht zu sein. Für Altfeministinnen, die nicht nur selbst dieses Feindbild pflegen, sondern es auch an die nachrückende Generation von Frauen - Töchtern - vererben wollen, ist es natürlich ein Problem, wenn der eigene Mann oder Bruder nicht als Feind begriffen wird - wo kommen wir da nur hin!?

Im Folgendem spricht Frau Knauff von "Müttern" und "Töchtern", ohne dabei auf die Idee zu kommen, dass es auch Väter und Söhne gibt, die - feministischer GAU - geliebt werden und nicht als frauenunterdrückende Sexisten gesehen werden. Dann aber der absolute Brüller: Zur Lösung solcher Generationenprobleme empfiehlt sie - die absolut unfähig ist, ihr Männerfeindbild zu reflektieren, selbst wenn man sie mit der Nase drauf stößt - "Reflexion", die jungen Frauen sollen wohl reflektieren, dass ihr Männerbild viel zu gut ist, und es ablegen. Desweiteren lernen wir: Wenn eine junge Frau sich nicht feindselig zu Männern positioniert, dann ist sie schwach, denn nur wenn man - oder "frau" - dem Beispiel der Altfeministinnen folgt, kann man stark sein.
Was, wenn diese Frauen erst erwachsen?
Frau Knauff führt exakt vor, was #womenagainstfeminism Grund zur Ablehnung des Feminismus ist, ohne dies reflektieren zu können. Stattdessen reagiert sie mit der Problemlösungsstrategie "Mehr desselben", mit mehr Feminismus alter, männerfeindlicher Schule will sie die Kritik, Feminismus sei u.a. männerfeindlich, überwinden...

Wie ein Mutter-Tochter-Konflikt den Feminismus lahmlegt

Samstag, 25. April 2015

Miria: "Quoten oder irgendso einen Quatsch"

yx: Ich begrüße Miria zum Interview.

Kommen wir gleich zur ersten Frage:

"Warum bezeichnest Du dich als Feministin und nicht als Humanistin?"

Miria: Ich bezeichne mich als Feministin, weil ich die Welt aus der weiblichen Perspektive sehe und Probleme, die Frauen haben und Männer nicht, besser nachvollziehen bzw. verstehen kann als beispielsweise Probleme von Männern, die mich selbst nicht betreffen können. Es heißt nicht, dass ich Männer irgendwie benachteiligen will, aber in erster Linie denke ich dabei an mich selbst. Am besten  kann man seine eigenen Probleme verstehen und bekämpfen, dann die von denjenigen, die ähnliche haben und schließlich natürlich auch die von denjenigen für die man Emphatie empfindet. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass das vielleicht nicht ganz verständlich ist, dann bitte nochmal hinterfragen.

yx: Für alle liberale Maskulisten, die sich gerne mit Feministinnen an einen Verhandlungstisch setzen wollen: Welche Baustellen siehst Du auf der Frauenseite, wo sind sie benachteiligt oder benötigen Unterstützung?

Miria: Ich möchte vorweg sagen, dass das hier lediglich meine persönliche Meinung ist. Vor allem, da ich weiß, dass vermutlich gerade radikale Feministinnen gegenteiliger Meinung sind.

Ich finde es wichtig, dass Frauen ernstgenommen werden in dem es die tun und wie sie handeln.  Ich bin nicht behindert und möchte daher keine extra Parkplätze, Quoten oder irgendso einen Quatsch, der allen Menschen zeigt, als Frau ist man zu blöd, etwas alleine zu schaffen oder muss beschützt werden wie ein kleines Kind. Und ganz ehrlich, wer so etwas fordert, ist selber schuld, wenn er nicht enrnstgenommen wird.

Gesetzlich finde ich viele Regelungen einschränkend, die "für" Frauen geschaffen wurden. So konnte ich zum Beispiel vor einigen Jahren kein Praktikum in der Porsche Werkstatt bei uns um die Ecke machen, weil es ein Gesetz gibt, das getrennte Toiletten für beide Geschlechter vorschreibt und am der Werkstatt gab es nur eine.  Weder ich noch die anderen Mitarbeiter hätten ein Problem gehabt, das gleiche Klo zu nutzen. Aber der Werkstattleiter hatte Bedenken, da er im Falle einer Kontrolle eine fünfstellige Summe an Strafe zahlen müsste. Ich denke, es gibt viele dieser schwachsinnigen Gesetze, die ich gerne abschaffen oder ändern würde. Vielleicht sind mir und den meisten normalen Menschen diese gar nicht so bewusst.

Ein weiteres Problem, dass in erster Linie Frauen betrifft (aber nicht nur)  ist, wie bei der Polizei mit Opfern von Vergewaltigungen bzw. sexueller Belästigung umgegangen wird.  Es wird ewig auf einen eingeredet, ob das denn so auch stimmt. Einem wird unterstellt, man würde lügen, wenn man sich nach der Tat nicht wie da typische Opfer verhalten hat.  Hier müsste viel sensibler mit Opfern umgegangen werden.  Vielleicht wäre es hilfreich, wenn ein Seelsorger bei der polizeilichen Befragung anwesend ist.

Außerdem wichtiges Thema Prostitution, hier gibt es zwei Punkte, die ich gerne ändern würde: zum einen ist die gesetzliche Lage ziemlich scheiße, zum zweiten ist meistens das größte Problem die gesellschaftliche Stigmatisierung. Dagegen würde ich auch gerne etwas tun. Im Prinzip sehe ich überall dort Probleme, wo Männer und Frauen unterschiedlich behandelt werden und dies nicht biologisch begründet (beispielsweise Mutterschutz)  ist.

yx: Was deinen letzten Punkt angeht, würde jeder Männerrechtler sofort anmerken, dass man Vaterschaft genauso wie Mutterschaft schützen solle. Womit wir zum nächsten Punkt kommen: Welche Forderungen der Männerrechtsbewegung würdest Du unterschreiben, und welche zurückweisen?

Miria: Mit Mutterschutz ist aber der Schutz zum Ende der Schwangerschaft gemeint, dass Frauen in dem Fall zum Beispiel nicht mehr arbeiten oder bestimmte schwere Dinge tragen.  Diese körperlichen Dinge gibt es bei Männern einfach nicht!

Um deine Frage zu beantworten wäre es interessant, konkrete Forderungen der Männerrechtsbewegung genannt zu bekommen. In den meisten Fällen haben Männer und Frauen mit den gleichen Tatsachen ein Problem, sehen nur jeweils die andere Seite der Medaille. So ähnlich schrieb ich das schon mal in einem Text auf meinem Blog

yx: Eine der größten Baustellen der Männerbewegung sind ohne Zweifel die Väterrechte.

Miria: Da gibt es meist auch die erwähnten zwei Seiten der Medaille. Die Väter beschweren sich, dass ein Kind bei der Trennung eher der Mutter zugesprochen wird, die Mütter, dass sie mit der Erziehung allein gelassen werden. Welche konkreten Rechte würdest du ändern wollen?

yx: Im Kern geht es darum, dass der Vater auch nach der Trennung seinen Kindern ein Vater sein kann.

Konkrete Vorschläge sind etwa, dass der Lebensmittelpunkt bei dem Elternteil bleibt, der die Trennung _nicht_ eingereicht hat - es sei denn es liegt eine Kindeswohlgefährdung vor. Dies würde auch die Zahl der für Kinder als leidvoll erfahrenden Scheidungen zurücktreiben; bevor man sich trennt geht man vielleicht zu einem Mediator. Alternativ auch das Wechsel- oder Residenzmodell, wenn sich die Eltern darauf einigen. Einen guten Ansatz bietet auch das Cochemer-Modell.

Miria: Dass ein Vater auch nach der Trennung der Vater bleibt sollte selbstverständlich sein.

Aber von deinen konkreten Vorschlägen halte ich überhaupt nichts.
Bei der Entscheidung, bei wem das Kind lebt, ist zu berücksichtigen, was das Beste für das Kind ist und das ist völlig unabhängig davon, wer von den Eltern die Scheidung einreicht.
Eine Wiedereinführung des Schuldprinzips bei Scheidung ist ein großer Rückschritt und überhaupt nicht sinnvoll - auch nicht über solche Umwege!
Nicht immer die Person, die die Scheidung einreicht, ist auch schuld an der Trennung. Manchmal muss man sich einfach auch von einem Tyrann trennen!

Cochemer Modell kannte ich bisher nicht, was ich jetzt dazu gelesen habe, klingt aber nicht schlecht.

yx: Ok, das provoziert Widerspruch, aber ich lasse es mal so stehen.

Themenwechsel: Aus einer früheren Diskussion mit dir weiß ich, dass Du Abtreibung ablehnst. Hierzu zwei Fragen: Wie begründest Du erstens deine Haltung, und würdest Du zweitens auch so weit gehen, Schwangerschaftsabbruch generell zu verbieten?

Miria: Ich lehne Abtreibung ab, da ich nicht finde, dass das Recht der Frau über dem Recht auf Leben des Kindes steht. Ein werdendes Leben zu töten ist ähnlich wie Mord. Wenn das Kind aus Sicht der werdenden Eltern in eine schlechte Situation geboren wird und einfach nur stört,so gibt es immernoch die Möglichkeit der Adoption. Ich bin mir nicht sicher, ob ich ein Abtreibungsverbot wollen würde. Ich bin generell dafür, dass erwachsene Personen so viel wie möglich selbst entscheiden dürfen. (Würde auch alle Drogen unter bestimmten Bedingungen freigeben, obwohl ich es scheiße finde, dass Freunde von mir sich den Scheiß reinziehen).

yx: Vielen Dank für dein Statement.

Ein weiterer Themenwechsel: Du unternimmst das "Experiment Prostitution", und dein vorläufiges Fazit lautet, dass Du hier angenehmes und leichtes Geld verdienst. Könntest Du vorab vielleicht ein paar Sätze äußern zu deinen Erfahrungen? Sind Freier Schweine, die lediglich Macht ausüben wollen? Macht Prostitution die Sexarbeiterinnen systematisch kaputt?

Miria: Deine Fragen sind schon ziemlich reißerisch gestellt!

Ich kann nicht so verallgemeinern wie du das in deinen Fragen tust. Ich denke, dass es beispielsweise auf dem Straßenstrich anders zugehen könnte als bei Hausbesuchen mit Termin wie ich sie mache. Zu meiner persönlichen Enttäuschung leider bisher keine Männer dabei, die Macht ausüben wollten. (Steh da ja eigentlich drauf ;)) Schweine auch keine gesichtet, meist eher menschliche Männer. Also die Männer, mit denen ich mich getroffen habe, waren - auch für mich unerwartet - freundlich, sehr gepflegt und hatten Interesse daran, dass ich Spaß an der Sache habe. Auch von Alter und Attraktivität zum Großteil nicht so, wie man sich aufgrund von Medien den "typischen" Freier vorstellt, sondern im Alter von 25 bis 45 und teilweise sehr attraktiv. Also ich habe neben dem Geld durchaus Spaß an der Sache!

yx: Ich bin schon gespannt auf die Lektüre deiner Erfahrungsberichte.
Wenn Du der Gesetzgeber wärst, was würdest Du ändern im Sinne der Sexarbeiterinnen?

Miria: Wenn ich der Gesetzgeber wär, dann würde ich in erster Linie nicht immer über Menschen reden, sondern mit ihnen.  Ich würde rausgehen zu den Menschen im Gewerbe,  ins Bordell, an den  Straßenstrich und zu Vereinigungen wie Hydra e.V. und würde die Menschen fragen, was sie sich wünschen, wie man die Situation verbessern kann.

In Italien würde ich Bordelle und Agenturen erlauben, denn diese bieten einer Sexarbeiterin auch einen gewissen Schutz, den man alleine nicht hat.

In Österreich würde ich dafür sorgen, dass die Gesundheitsuntersuchungen angenehm und würdevoll ablaufen. Allgemein möchte ich, dass Prostitution wie jeder andere Beruf anerkannt wird.

In Deutschland würde ich dir verdachtsunabhängigen Kontrollen sofort abschaffen bzw. mind. beschränken. Und mit der Hilfe vieler anderer Sexarbeiterinnen könnte man sicher noch einiges verbessern.

Ich glaube, eines der größten Probleme ist nicht nur gesetzlicher Natur, sondern gesellschaftlicher:  Stigmatisierung (wobei eine teilweise Sittenwidrigkeit natürlich dazu beiträgt). Ich fände es einfach toll, wenn meine größte Angst als Sexarbeiterin nicht sein muss, dass irgendwer erfährt,  was ich mache.

Und bloß nicht in Richtung Schweden gehen. Das dortige Gesetz hat die Situation massiv verschlechtert, aber das bekommt ja jetzt keiner mehr mit, gibt ja keine Prostitution in Schweden, so wie in Deutschland wahrscheinlich keiner Gras raucht. Ich würde mich stark gegen  Interessenvertretungen positionieren, die ein Verbot fordern, ein solches Verbot verstößt meiner Meinung nach auch gegen da Selbstbestimmungsrecht einer Frau über den eigenen Körper (und ja, ich weiß, dass in Schweden nur die Kunden bestraft werden).

yx: Mit dem Stichwort der Stigmatisierung greifst Du meiner Frage vorweg. Für Prostituierte hast Du sie ja schon angesprochen, aber siehst Du auch eine Stigmatisierung der Freier, so etwa, wie ich sie in meiner "reißerischen" Frage beschrieben habe?

Miria: Ehrlich gesagt nicht in dem gleichen Maße wie bei Sexarbeiterinnen. Überleg doch einfach mal wie der Freundeskreis und allgemein die Gesellschaft reagiert, wenn rauskommt, eine Frau bietet Sex für Geld an und wie die Reaktionen sind, wenn es heißt, ein Mann zahlt Geld für Sex. In manchen Gruppen gehört das für die Männer schon zum guten "Ton" zu einer Sexarbeiterin zu gehen. Gesellschaftlich völlig akzeptiert. Es gibt meiner Meinung nach nur eine Gruppe, die Kunden von Sexarbeiterinnen als eklig, machtgeil oder sonstiges hinstellt: die Prostitutionsgegner, allen voran Alice Schwarzer in verschiedenen Talkshows. Dies wird als Grund angeführt, um ein Prostitutionsverbot zu stützen, man würde damit ja die Frauen schützen... Dies sind meist die gleichen Leute, die es nicht schaffen zwischen normaler, freiwilliger Prostitution und Zwangsprostitution zu unterscheiden. Die Unterscheidung zwischen Zeitungsvertreter und Drückerkolonne bekommt man komischerweise aber problemlos hin. Also nein, die Kunden haben mit Sicherheit weniger Probleme mit Stigmatisierung als die Sexarbeiterinnen.

yx: Zum Schluss: Warst Du als Frau schon mal Diskriminierungen ausgesetzt, wo Du den Staat in der Pflicht siehst, einzugreifen?

Miria: Diese Frage finde ich ziemlich schwierig, weil sie eigentlich zwei unterschiedliche Fragen beinhaltet. Zum einen, ob ich als Frau schon einmal Diskriminierungen ausgesetzt war und zum zweiten, wo ich den Staat in der Pflicht sehe einzugreifen.

Außerdem wäre noch zu klären, was Diskriminierung in diesem Zusammenhang bedeutet.

Es gibt einmal eine Art Diskriminierung, bei der man tatsächlich aufgrund seines Geschlechts einen Nachteil gegenüber Personen des anderen Geschlechts hat, beispielsweise wenn man einen Job nicht bekommt, weil man eine Frau ist und ja schwanger werden könnte oder ähnliches. 
Dann gibt es noch die Art Diskriminierung in Sprüchen und Zuschreibungen, die eigentlich eher unter den Begriff Sexismus fällt und vermutlich wesentlich häufiger vorkommt als erstere.

Generell sehe ich den Staat äußerst selten in der Pflicht irgendwo einzugreifen, da ich der Meinung bin, dass größtmögliche Freiheit für alle Menschen am besten ist.

Ich habe zweinmal Diskriminierung erlebt, wo der Staat etwas ändern sollte, denn beides mal ging die Diskriminierung mindestens indirekt von eben diesem aus.
Das erste Mal war, als ich in der Schule verpflichtend an einem Selbstverteidigungskurs teilnehmen musste. Vermutlich ein Fall von gut gemeint, schlecht gemacht...  Diese Pflicht galt nur für die weiblichen Schüler, obwohl ich mir sicher bin, dass durchaus einige meiner männlichen Mitschüler das nötiger gehabt hätten...
Besser wäre es gewesen, die Möglichkeit, diesen Kurs zu besuchen für alle auf freiwilliger Basis anzubieten.
Das zweite Mal war, als ich ein Praktikum als Mechatronikerin in einer Kfz-Werkstatt machen wollte und kaum eine Chance hatte, einen Praktikumsplatz zu finden, da es dieses bescheuerte Gesetzt gibt, dass der Betrieb für Frauen extra getrennte Toiletten und Umkleiden zur Verfügung stellen muss, sobald eine Frau dort arbeitet. Sonst drohen Geldstrafen.  Und die meisten Werkstätten haben nur eine Toilette und Umkleide. Der Staat sollte also bitte dieses bescheuerte Gesetz abschaffen.
Das wärs, was mir über persönliche Diskriminierung einfällt.

Ich würde gerne noch etwas zum zweiten Teil meiner Definition sagen, denn Sexismus kommt durchaus öfter vor, hier sehe ich aber nicht den Staat in der Pflicht, einzugreifen.
Sexismus in Form von Sprüchen erlebe ich oft, traurigerweise von Personen beiderlei Geschlechts. Männer, die der Meinung sind, bei einer Frau in der Werkstatt könnten sie sich nicht auf die Arbeit konzentrieren oder ähnliches.
Hier ist aber mehr ein gesellschaftliches Umdenken von Nöten, dass jeder Beruf und jede Tätigkeit beiden Geschlechtern gleichermaßen offen steht und das auch völlig normal ist.

yx: Vielen Dankt für das Interview, ein schönes Wochenende und viel Erfolg!

Mirias Blog findest Du hier.

Freitag, 24. April 2015

"Systematische seelische Vergewaltigung von Kindern" (Gastbeitrag)

Es folgt ein Gastbeitrag:

Als mich die Nachricht erreichte, dass mein Vater verstorben war, war meine erste Reaktion Begeisterung:
"Oh, wie geil ist das denn!?"
 rief ich spontan aus.

Vielleicht denken Sie jetzt, dass ich dazu gute Gründe hatte. Vielleicht hat mich mein Vater geschlagen, oder gar missbraucht. Keines von beiden. Tatsächlich weiß ich nicht mal, wie mein Vater eigentlich aussah, da meine Mutter alle Bilder, die ihn zeigten, aus den Fotoalben entfernt hat. Auch hat sie Briefe von ihm abgefangen, wie ich durch Zufall herausfand, da ich ein altes Schreiben von ihm fand, das meine Mutter nicht weggeschmissen sondern aufbewahrt hatte. Sehr erhellend.

Mein Vater war immer nur das Schwein, der Schläger, der "biologische Erzeuger" - wobei ich nicht weiß, ob er bereits bei meiner Zeugung solch ein Unhold war. Ehrlich gesagt weiß ich so gut wie gar nichts über meinen Vater.

Ich bin ein PAS-Opfer, wobei ich zum einen diese Diagnose selbst gestellt habe, und zum anderen PAS nur reflektiert, aber noch lange nicht überwunden habe. PAS steht für Parental-Alienation-Syndrome, auf deutsch: Eltern-Entfremdungs-Syndrom. Dies bezeichnet eine Form psychischer Gewalt, in welcher ein Trennungskind einer Gehirnwäsche unterliegt, welche es zu Ablehnung und Hass gegen den nicht betreuenden Elternteil indoktriniert - in der Regel also gegen den Vater.

Ich wüsste gerne, wie mein Vater aussah, würde gerne Bilder von ihm sehen. Ich wüsste gerne, ob mein Vater noch weitere Briefe an mich geschrieben hat. Und auch wüsste ich gerne, was mein Vater eigentlich von Beruf war - und noch viel mehr. Das alles aber ist für mich unerreichbar, denn dazu müsste ich meine Mutter darauf ansprechen, und das ist mir unmöglich. Allein bei dem Gedanken daran, dass ich gegenüber meiner Mutter freundlich über meinen Vater spreche, und ihn nicht als Schwein tituliere, zucke ich innerlich zusammen. So brutal ist die Gehirnwäsche. Das ist der Grund, warum ich sage, dass ich PAS zwar reflektiert, aber nicht überwunden habe. PAS hindert mich nach wie vor daran, positiv über meinen Vater zu sprechen.

Kinder lieben ihre Eltern, und auch ihre Väter. Dies wird von Feministinnen geleugnet. Kinder würden ihre Väter gar nicht lieben, und sowas wie PAS wäre in Wirklichkeit nur eine Erfindung rachsüchtiger Trennungsväter, die jeder Grundlage entbehre. Zugleich aber gibt man Anleitung dazu, wie man PAS praktizieren kann: Wenn Kinder ihren Vater vermissen und unter der Trennung von ihm leiden, soll man davon ausgehen, dass diese Kinder ihren Vater gar nicht lieben, und ihnen dieses ausreden. Mit anderen Worten: Hier wird dazu angeleitet, etwas zu verbrechen, was nach derselben Quelle eigentlich gar nicht existiert: Entfremdung.

Das folgende klingt vielleicht brutal und übertrieben, aber es ist die Wahrheit: Für ein Kind ist es besser, wenn sein Vater stirbt, als dass es ihm entfremdet wird. Kinder lieben ihre Väter und leiden darunter, von ihnen getrennt zu sein. Nur: Wenn der Vater etwa bei einem Unfall ums Leben kam, dann hat es die Möglichkeit, um ihn zu trauern. Es kann am Grab weinen, es kann seinen Verlust formulieren und sich von der Mutter trösten lassen - also Trauerarbeit leisten. Auch das Trennungskind erleidet einen solchen Verlust, nur dass es nicht trauern darf, sondern vom Mütter-Regime vorgeschrieben bekommt, den Geliebten zu verteufeln - PAS ist systematische seelische Vergewaltigung von Kindern. Man muss kein Psychologe sein, um zu erkennen, dass sowas zu massiven Beeinträchtigungen führt.

Apropos Psychologie: Ich habe eine Odyssee von einer Psychotherapeutin zur nächsten hinter mir (Psychotherapie ist frauendominiert). Keine kam darauf, dass ich ein PAS-Opfer bin, und so konnte mir auch keine helfen. Tatsächlich hatte ich vor kurzem mal ein Gespräch mit einer jungen Psychotherapeutin, die gerade ihr Studium abgeschlossen hatte. Ich sprach sie auf PAS an, und sie entgegnete, dass sie keine Ahnung hätte, wovon ich rede. Das ist die Folge der Deutungshoheit der feministischen Mütterlobby: Die Existenz dieses Verbrechens wird schlicht geleugnet, als Propaganda von rachsüchtigen Trennungsvätern abgetan, und somit ist es auch nicht Inhalt eines Psychologie-Studiums.

Feministinnen sprechen ständig davon, dass Männer die Macht hätten. Die absolute Allmacht, die gerade alleinerziehende Mütter über ihre Kinder haben, wird dagegen ignoriert. Wie jeder Foltermeister kann die Mutter Denken und Wahrnehmung ihres Kindes bestimmen.

Ich bin übrigens die absolute Ausnahme - in dem Sinne, dass ich mich als PAS-Opfer begreife. PAS wirkt in aller Regel lebenslang. Wenn ein PAS-Opfer seinen Vater aufsucht, dann in aller Regel nur, um ihm klar zu machen, was ein Schwein er doch ist.

Dienstag, 14. April 2015

Ein Kommentar zum Betreuungsgeld

Heute geht durch die Medien, dass das Bundesverfassungsgericht über das Betreuungsgeld entscheiden soll. Dabei wird auch darüber gesprochen, wie diese Leistung die Geschlechterrollenfreiheit einschränkt, denn in den meisten Fällen ist es so, dass die Frau also die Mutter das Geld empfängt und dann auch zu Hause bleibt, und - jeder weiß es - das geht schon mal gar nicht.

Die gesamte Debatte ist hierbei so grotesk verdreht, dass ich nicht weiß, wie ich es kommentieren soll. Hier wird eine Leistung, die man optional (!) beziehen kann, als Einschränkung von Freiheit (für Frauen) begriffen. Ein Entzug dieser Wahlmöglichkeit, also eine Einschränkung, wird tatsächlich in der feministischen Mainstream-Debatte als ein "Mehr" an Freiheit begriffen. Indem man also Mütter dazu zwingt, ihre Kinder in die Fremdbetreuung zu geben, schafft man mehr Rollenfreiheit - was soll man dazu sagen?

"Frei" ist die Frau, wenn man ihr die Kinder abnimmt, damit sie unbeschwert malochen gehen kann. Genau das ist der Punkt, warum mich der Feminismus abstößt, es ist eine Ideologie, die nicht etwa Männer aus ihrem Gefängnis befreit - nämlich lebenslang zu schaffen - sondern umgekehrt Frauen auch noch in diesen Knast einschließen will, weil Politfeministinnen unter einem geschlechtsspezifischen Minderwertigkeitskomplex leiden, und sie hoffen, dass wir mit dem Zwang mehr erfolgreiche Frauen in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft feiern können. Feminismus ist frauenfeindlich, er will die Frau zwingen, das zu sein, was er es sich wünscht, um den Preis, dass sich die Frau genauso wie der Mann von seiner Familie, seinen Kindern entfernen muss. Feminismus und Neoliberalismus Hand in Hand...

"Ihr Männer seid Unmenschen, aber wir hassen euch nicht!"

Bei Onyx läuft gerade eine sehr lange, aber auch sehr lesenswerte Diskussion. Unter anderem geht es dabei auch um die Frage, ob und inwieweit Anne Wicorek männerfeindlich ist (ja, ist sie), was den Feministinnen dort aber nicht einsichtig ist, obwohl sich Leszek die größte Mühe gibt.

Was ich hierbei bemerkenswert finde, dass etwas offenkundiges - zumindest in meinen Augen - nicht erkannt wird. Ich habe mir schon mal Gedanken darüber gemacht, ob Feministinnen eigentlich bewusst lügen, und ich denke, dass die Antwort hierbei in vielen Fällen auf "Nein" lautet.Wie die Faust auf's Auge passt hierzu ein aktueller Beitrag des radikalfeministischen Blogs "Die Störenfriedas". Dort stört man sich daran, dass man Andrea Dworkin (das ist die, die sich einen zur blutigen Masse zusammengeschlagenen Mann wünschte) als Hasspredigerin sieht. Dass man Feminismus und Hass auf Männer inzwischen gleichsetzt, ist ja schon Emma Watson aufgefallen, was dann aber als Verteidigung von Andrea Dworkin angeführt wird, ist als Studienobjekt zu kostbar, um es einfach zu ignorieren: Die gute Andrea war keine Männerhasserin, und als Beleg dafür wird dieses Zitat angeführt:
Ich glaube nicht, dass Vergewaltigung unvermeidbar oder natürlich ist. Wenn ich das täte, dann hätte ich keinen Grund hier zu sein… Habt ihr euch jemals gefragt warum wir [Frauen] uns nicht im bewaffneten Kampf gegen euch befinden? Nicht weil es einen Mangel an Küchenmessern in diesem Land gibt, sondern weil wir an eure Menschlichkeit glauben, entgegen aller Beweise.
 Gleich darunter werden Männer in einem Ausdruck als "gaffende Vergewaltiger" beschrieben, zugleich aber der Vorwurf, man hasse Männer, zurückgewiesen, denn schließlich hält man Männer nicht angeborenerweise für Monster, sondern - ganz Gender-Theorie - sozusagen nur als solch erzogene Kreaturen - und wo man elegant die Frage umschifft, wer eigentlich wen erzieht. Grandios: Wer in solchen Äußerungen Männerhass sieht, ist selbst ein Frauenhasser - so das Fazit.

Wenn man dies auf den Rassismus überträgt, dann könnte ein Fremdenhasser nach einem seitenlangen Traktat über gewaltbereite Ausländer, die die guten Deutschen systematisch zusammen- und totschlagen, sich von dem Vorwurf der Fremdenfeindlichkeit reinwaschen, indem er einfach angibt, dass Ausländer ja nicht von Natur aus Monster seien, sondern lediglich aufgrund einer missglückten Erziehung. Ich glaube aber nicht, dass er damit durchkommen würde, auch nicht bei den "Stoerenfriedas".

Obiges Zitat ist Hasspropaganda pur, der Mann ist ein Unhold, wofür alle "Beweise" sprechen, aber grundsätzlich - und deswegen sei es keine Hasspropaganda - ist er zu "Menschlichkeit" fähig, was bedeutet, dass er so, wie er ist, eben kein Mensch sondern ein Unmensch ist. Das würde auch Alice Schwarzer unterschreiben, die mal meinte, dass ihr Großvater, von dem sie Liebe und Fürsorge empfing, der Beweis sei, dass "auch" Männer Menschen sein können.

Was dort vorgeführt wird, ist, dass Männerhass als Beleg dafür angeführt wird, man hasse Männer nicht. Ein typischer Fall von und sie merken es nicht.

Montag, 13. April 2015

PickUp: Ansprechangst

Ich bin nicht frei von Ansprechangst, allerdings: Ich will es auch nicht sein - dazu später mehr.

Ich habe bereits über das Phänomen "Ansprechangst" geschrieben, und darüber, dass dieses im direktem Widerspruch zur "Rape-Culture" steht.

Um die Frage: "Wie überwinde ich Ansprechangst?" zu erörtern, ist es hilfreich, über "Angst" zu sprechen.

Angst ist ein emotionaler Zustand, der uns schützen soll. Die Evolution hat dies tief in unser instinktives System eingebrannt. Und in vielen Fällen macht das auch Sinn. Höhenangst etwa ist sehr sinnvoll, da sie uns dafür beschützt, durch einen Fall aus großer Höhe zu Tode zu kommen. Oder nehmen wir die Arachnophobie, die Angst vor Spinnen: In unseren Breitengraden absolut sinnlos, in anderen Gegenden hingegen lebensrettend.

Die Ansprechangst schützt dich davor, verletzt zu werden.

Denn das ist jedesmal das Risiko, das Du eingehst, wenn Du eine Unbekannte ansprichst: Das sie dich verletzt.

Drehen wir die Situation um, und betrachten einen realen Fall:

Eine übergewichtige und zudem hässliche Frau spricht dich an, und sie sagt:

"Hallo, ich finde dich sehr sympathisch und würde dich gerne näher kennenlernen."

Woraufhin Du entgegnest:

"Bäh, bist Du hässlich!"

Das würdest Du natürlich niemals tun (andernfalls verlasse mein Blog), aber Du erkennst, dass es ein Risiko sein kann, anderen seine Zuneigung zu gestehen - besonders Fremden gegenüber. Da kann man verletzt werden - und genau deswegen gibt es die Ansprechangst.

Um die Ansprechangst zu überwinden, gibt es ein Modell. Dieses zieht einen Vergleich zu einem Schwimmbadbecken. Manche tauchen erst ihren Zeh, dann ihren Fuß und so weiter ein, bis sie schließlich ganz im Wasser sind. Andere hingegen machen sofort den Kopfsprung.

Wenn Du die langsame Alternative in Sachen PickUp wählst, dann fängst Du an mit Blickkontakt. Es ist bezeichnend, dass in unserer Gesellschaft, der "Männer-Herrschaft", Männer Angst davor haben, auch nur Blickkontakt mit Frauen aufzubauen. Am besten kaufst Du dir eine Tageskarte, und fährst den ganzen Tag mit Bus und Bahn. Dann übst Du den Aufbau von Blickkontakt. Probiere Blickkontakt zu Frauen herzustellen, stiere aber nicht sondern lächle. Kein Grinsen oder noch schlimmer: Starren. Übe dein Lächeln vor dem Spiegel; lass dich eventuell von einem Freund beraten. Es geht nicht darum, dass Du sie wie ein Psychopath niederstarrst.

Allerdings ist es auch falsch, den Blick abzuwenden, wenn sie dich anblickt. Und das ist schon Hard-Core: Weiter hin zu schauen, wenn sie zurückguckt. Als Anfänger wird dir das immer wieder passieren: Du guckst automatisch weg. Und damit bist Du schon in der Falle: Wenn Du deinen Blick abwendest, dann aber wieder (und wieder) hinguckst, erst dann kommst Du komisch, ja bedrohlich rüber.

Okay, soviel als Einschub, denn eigentlich geht es hier ja um was anderes.

Ansprechangst existiert; und allein diese Existenz verneint die gesamte Rape-Culture. Die Überwindung dieser Angst erfordert Mut. Was hierbei wichtig ist, ist, dass Mut nur dort existieren kann, wo auch die Angst herrscht. Wenn irgendjemand erklärt, er kenne keine Angst, dann ist er nicht mutig, sondern einfach nur dumm - seine Dummheit macht ihm Angsteinflößendes unbegreiflich. Die Voraussetzung von Mut ist Angst, Mut ist der bewusste Willensakt, einen instinktiven Impuls - die Angst - zu überwinden, anders zu handeln, als es einem der Instinkt oder eben die Gefühle vorschreiben.

Und genau deswegen will ich meine Ansprechangst niemals verlieren - denn es würde bedeuten, dass ich auch nicht mehr mutig sein kann.

Ich habe bei manchen PickUp-Gurus mitgelesen, und es ist jedesmal dieselbe traurige Geschichte: Sie haben den Kick verloren - der Fluch der echten Profis besteht darin, dass für sie ein und alles, die eine und die andere alles dasselbe sind. Nur noch Routine.

Und das will ich niemals erleben, ich bin froh darum, dass ich nach wie vor Ansprechangst habe, und es mich kickt, wenn ich eine Frau anspreche.

Allerdings: Diese verdammte Sprachlosigkeit nach dem Ansprechen, also, das nervt schon...

Zur männlichen Kollektiv-Haft in der "Rape-Culture"

Batman? Spiderman? Superman? Welcher Superheld verbirgt sich hinter dieser unscheinbaren Gestalt, und warum verhindert er nicht gleich noch Mord, Raub und Totschlag?
Christian von "Alles Evolution" kündigte eine feministische Theoriewoche an, in der es u.A. um "Rape-Culture" gehen soll.

"Rape-Culture" ist ein recht weites Feld, da eben die gesamte Gesellschaft als eine "Vergewaltigungs-Gesellschaft" begriffen wird, was bedeutet, dass sich jedes Phänomen in der Kultur in dieser Hinsicht auslegen lässt. Insofern lässt sich das Thema kaum in einem einzigen Blogpost abhandeln, es sei denn man macht es kurz und begeht ein argumentatives Foul - nämlich einen Godwin - und stellt klar, dass die "Rape-Culture"-Theorie in dieselbe Schublade gehört wie die Nazi-Theorie über die jüdische Weltverschwörung und -herrschaft. Eine der seltenen Ausnahmen, wo ein Godwin berechtigt ist.

Nehmen wir obige tragische Gestalt; tragisch sage ich deshalb, weil ich früher mal genauso tickte, und obigen Mann einfach bemitleide und für ihn hoffe, dass er eines glücklichen Tages seinem Geistesgefängnis entkommen kann.

Denn das, war er hier vorführt, ist typisch für den Feminismus. Er kann selbstverständlich nicht Vergewaltigung verhindern, es handelt sich um eine Selbstanklage: "Ich bin ein Vergewaltiger, aber gelobe (unter feministischer Führung) Besserung!!!" Solches kennt man auch aus anderen Diktaturen. Im stalinistischem Regime klagten sich Angeklagte selbst an und akzeptierten ihre Todesstrafe; nach einer "Behandlung", auch Gehirnwäsche genannt.

Diese Horror-Theorie postuliert, dass der ganz normale, der ganz durchschnittliche Mann ein Vergewaltiger ist: "Jeder Mann ist ein potentieller Vergewaltiger!", wobei Du hier "potentiell" streichen kannst. Die im Bild gezeigte Aussage ergibt nur Sinn, wenn man eine Kollektivschuld aller Männer annimmt. So wie der Mann ist, ist er ein Vergewaltiger; erst durch feministische Anleitung kann er sich von dieser Schuld reinwaschen. Die Erbsünde im neuen Gewand aber mit dem gleichen Effekt: Nur durch den Beitritt in meine Kirche kannst Du Erlösung erfahren.

Was der junge Mann da oben macht, ist weniger, dass er seine Handlungsmöglichkeiten beschreibt, als vielmehr eine Kollektivanklage gegen das männliche Geschlecht zu formulieren. Jeder, der sich dem nicht anschließt, steht unter Verdacht, ein Vergewaltiger zu sein. Diese Selbsbeschmutzung des eigenen Geschlechts ist es, was das "I like" bei Feministinnen auslöst.

Äh, hat da einer lila Pudel gesagt?

Sonntag, 12. April 2015

Warum das Schimpfwort "Schlampe" im Kern männerfeindlich ist

Das hätte er mal besser nicht gesagt:
"Über die sind mir schon zuviele rübergerutscht."
denn der Freund der so Beschimpften tendierte dazu, Konflikte nicht nur rhetorisch auszutragen.

Hier wurde eine Frau im übertragenden Sinne als "Schlampe" bezeichnet. Hierbei handelt es sich bekanntlich um eine Bezeichnung für Frauen, die ein aktives Liebesleben pflegen, oder "leicht zu haben sind", wie man sagt.

Nur was bedeutet es, wenn man eine Frau als Sexualpartnerin ablehnt, weil sie ihrerseits zu viele Liebhaber hatte? Hier kommt eine Ablehnung, ja ein Ekel zum Ausdruck, der sich im Kern gegen Männer, die männliche Sexualität richtet - ich ekel mich vor so einer Frau, da ich mich vor Männern sexuell ekel, und sich in meiner Anschauung etwas von ihren Liebhabern auf sie übertragen hat, erst das stößt mich ab. Das kennt man bereits aus dem Christentum, denn die Empfängnis Jesu war eine "unbefleckte", was nichts anderes heißt, als das die irdische, männliche Sexualität etwas "befleckendes" ist, also etwas schmutziges. Es ist bezeichnend, dass dies nicht als so männerfeindlich erkannt wird, wie es ist; allgemein steht die Kirche ja im Ruf, eher frauenfeindlich zu sein. Auch dass "Wollust" als eine Todsünde gilt - und nichts weniger - ist männerfeindlich, denn wir alle wissen ja, dass es die Männer sind, die dieser Lust anhängen.

Während wir uns also vor einer "Schlampe" ekeln, gilt das nicht für den "Playboy". Obwohl für ihn die Gefahr genauso groß ist, sich etwas Unangenehmes einzuhandeln, sehen wir ihn nicht als "beschmutzt" an - weibliche Sexualität ist etwas reines, nichts, das einen beschmutzt oder "befleckt".

Stellen wir uns eine andere Kultur vor, eine nicht-feministische und eine nicht-christliche. Eine Kultur in der die männliche Sexualität als etwas wunderbares und potentiell lebensstiftendes begriffen wird, etwas, dem wir alle unser Leben verdanken. Wo eine Frau sich geehrt fühlt, männliche Sexualität zu empfangen und nicht bei einer sexuell konnotierten Annäherung einen #Aufschrei von sich gibt.

In einer solchen Kultur würde ein Schimpfwort wie "Schlampe" und die damit zusammenhängenden Abwertungen von sexuell aktiven Frauen schlicht keinen Sinn ergeben. Wenn also Feministinnen wieder und wieder die männliche Sexualität dämonisieren, und alles, was irgendwie mit Sex zusammenhängt, niedermachen, sei es die Darstellung sexuell attraktiver Frauen, "sexuelle Belästigung" oder die Postulierung einer "Rape Culture", also eine Anklage gegen die männliche Sexualität formulieren, dann schließen sie sich einer Kultur an, die bemerkenswert reaktionär ist, und die sie eigentlich überwinden wollen. Wenn aber Feministinnen diese Kultur tatsächlich überwinden wollen, so dass das Schimpfwort "Schlampe" ausstirbt, bzw. einfach keinen Sinn mehr ergibt, dann müssten sie genau die gegenteilige Strategie fahren, nämlich männliche Sexualität nicht mehr mit Gewalt zu assoziieren, sondern sie als etwas wunderbares begreifen - aber das wäre ja männerfreundlich, geht also nicht.

Dienstag, 7. April 2015

Verschärfung der Vergewaltigungsparagraphen: Wen man nicht ignorieren kann

Fefe ist eine Größe in der linken Blogosphäre; ich lese ihn auch gerne, da er es versteht, die Verlogenheit des neoliberalen Systems mit seinen ganzen Verstrickungen wunderbar auf den Punkt zu bringen. Fefe ist allerdings kein Maskulist, aber auch nicht - und hier geht's los - ein Feminist. Geschlechterthemen werden bei ihm selten behandelt - bis vor kurzem.

Jetzt aber hat er sich zur geplanten Verschärfung des Vergewaltigungsparagraphen geäußert, und zeigte sich wenig begeistert:
Müssen wir jetzt ernsthaft innerhalb unserer Gesellschaft die Ermächtigung vergeben, auf Zuruf Menschen das Leben zu vernichten und sie ins Gefängnis zu werfen? Man stelle sich das mal in einer andere Konstellation vor statt Männer und Frauen.[...] Aus meiner Sicht sollte niemand so viel Macht haben in einer Gesellschaft.

 womit er anscheinend einen kleinen Shitstorm losgetreten hatte. So sah er sich dazu genötigt gleich mehrere Beiträge zum Thema zu veröffentlichen, und dabei seine Meinung zu verteidigen. Dabei zeigt sich, dass er sich mit keiner Partei gemein macht, sondern sowohl Maskulisten als auch Feministen für potentiell bekloppt hält, allerdings:
Was mir übrigens auffällt in der Diskussion bisher: von allen Zuschriften, die sich für den Neuvorschlag von 177 StGB geäußert haben, hat nicht eine versucht, meine Befürchtungen auszuräumen. Alle haben "aber die armen Frauen" argumentiert.
Die Befürchtung ist, dass er unschuldig auf Ansage einer Frau hin in den Knast gehen könnte und seine soziale Existenz vernichtet würde: denn, wie zum Teufel soll man auch beweisen, dass man eine Frau (und nur diese) nicht "überrumpelt" hat, wenn diese angibt, sich "überrumpelt" gefühlt zu haben?!

Das Problem ist jetzt, dass Fefe eine Größe ist, und man ihn auch weiterhin nicht als verirrten Männerrechtler abtun kann, womit die sonst übliche Filter-Bubble-Strategie vielleicht nicht aufgeht.

So meldet sich die Feministin Sanczny zu Wort, die wir bereits als Großmeisterin der Empathie kennenlernen durften, und klagt gleich als Erstes in der von Fefe kritisierten Weise an:
Vier Zeilen, um seine völlige Empathielosigkeit zu zeigen. [gegenüber Vergewaltigungsopfern, Anm. yx]
 um dann sogleich mit viel Empathie über Falschbeschuldigte früh versterbende Trennungsväter fortzufahren:
Anschließend driftet er ohne Zurückhaltung in Maskulismus-Tropes ab:
Haben die Männer wirklich noch nicht genug die Arschkarte gezogen in unserer Gesellschaft? Reicht es nicht, dass Männer früher sterben, sich vorher totarbeiten, und bei Scheidungen die Kinder weggenommen kriegen? […]
 Sanczny weiß sehr genau, wer Empathie verdient, und wer nicht; entsorgte Väter gehören jedenfalls nicht dazu - und wer Empathie mit eben jener Gruppe übt, der bedient gleich einen Maskulismus, und wer das tut, kann nicht ganz richtig im Kopf sein, versteht es nicht, oder fürchtet um seine Privilegien, auf jeden Fall aber: Jammert.

Das zentrale Anliegen Einen Punkt kann Sanczny in ihrem Traktat leider nicht ausräumen: Nämlich die Befürchtung, dass man auf das verleumderische Wort einer Frau hin sozial vernichtet wird. Das bedeutet nicht, dass man nicht dafür ist, dass Vergewaltigerinnen (generisches Femininum) bestraft werden - nur nicht um den Preis, dass sich der Staat ins Sexualleben einmischt (Zwang zum Konsens-Prinzip) zum einen, und Auflösung der Unschuldsvermutung, die ein Rotz weißer mächtiger Männer eine Säule des Rechtsstaats ist zum anderem.

Samstag, 4. April 2015

Feminismuskritik zu üben, ist eine undankbare Mühe (Gastbeitrag)

Die biologische Macht und Dominanz liegt bei Frauen, nicht Männer. Ein angeborener Mechanismus verdrängt Grundtatsachen der Geschlechterverhältnisse aus dem Bewußtsein und verfälscht die Wahrnehmung. Feminismus ist auf diese angeborene Fehlwahrnehmung hereingefallen, hat von Anfang an alles genau verkehrt herum gedeutet und sich gewaltig geirrt.

Kultur und Geschlecht. Feminismus: Großer Irrtum – schwere Folgen

Männer sind unterdrückt, was feministische Wellen nur auf die Spitze trieben, doch weibliche Bevorzugung war schon vor und während früherer feministischer Wellen deutlich. Nur die Form der Bevorzugung wurde verändert, wenn sich die Lebensverhältnisse ändern. Feministische Wellen haben niemals eine Benachteiligung behoben, die es nie gab, sondern bestehende Bevorzugung vergrößert und die Art der Bevorzugung an neue technische Möglichkeiten und Lebensumstände angepaßt.
Die "Ideologiekritik am Feminismus: Krieg gegen Mann, Natur und Kultur” zeigt das für alle feministischen Wellen. Folgeschäden werden jeweils nachgewiesen.

Massive Unterdrückung und Ächtung Andersdenkender begleitete feministische Wellen und Kampagnen, die auf falschen Annahmen beruhten und in falsche Richtung gingen, also Bevorzugung von Frauen vergrößerten, statt aufhoben, und Benachteiligung von Männern erhöhten, statt zu beenden.

Meine Bücher wie “Zensiert” und “Die beiden Geschlechter” beschrieben das in den 1990ern, doch wurden sie nie verlegt und konnten die Entwicklung nicht verhindern. Demnächst gibt es diese neugeschrieben auf neuen Stand gebracht. Eine Thema darin ist Genderung der Welt durch Entwicklungshilfe.

Als Jugendlicher wurde ich von den bei “Pro Familia” tätigen Frauen mich mit recht komischer Miene weggeschickt, als ich ein Problem hatte, das Frauen Männern verursachen: Abgewimmelt werden. “Davon haben wir keine Ahnung. Wir beraten hier Frauen und Familien.” Überall hingen feministische, sogar ziemlich radikale feministische Plakate aus … Die Szene ist auch in “Nein!” beschrieben, einem Buch aus den 1980ern.

"NEIN! Ablehnung und Abwimmlung durch weibliche Wahlmacht"

Die damalige Sorge erhielt keine Beratung, wurde nie gelöst. Ich war halt kein Mädchen, das umsorgt und bevorzugt wird. Probleme von Jungen waren schnurzegal. “Nein!” stammt aus den 1980er Jahren und behandelt ein bis heute übersehenes Problem von jungen Männern und Männern.
Niemand hört auf einen Mann, der von Frauen Hilfe verlangt. Nicht einmal im Laufe von Jahren, oder gar Jahrzehnten. Nicht einmal,. wenn der Mann Bücher darüber schreibt. Wir kraß die männliche Benachteiligung und Unterdrückung, die weibliche Bevorzugung und Dominanz ist, ist kaum vorstellbar, doch Tatsache. Es ist Feminismus, der einen “sexualisierten” Krieg gegen Männer führt, nicht umgekehrt, wie FeministInnen behaupten.

"Anmache. Vom Abwimmeln und Anmachen."

Männliche Dominanz ist nur eine Inszenierung, und zwar eine, die von Frauen verlangt wird, denn Frauen wollen eine gute Wahl treffen, einen unter Männern “dominanten” Mann. Das wird in “Ideologiekritik am Feminismus. Feminismus: Krieg gegen Mann, Natur und Kultur” beschrieben.
Eine Feminismusfolge ist auch, wenn Jugendliche sich mühsam eine (Ersatz-) Identität in Moden und Bewegungen aufbauen müssen. Dies wird in einem Buch über die “Liebesgeneration” aufgezeigt. ("Hippiephilosophie. Wege und Werte der Liebesgeneration")
Alle erwähnten Bücher sind frisch durchgesehen und neu formatiert. Feministische Blockade abweichender Meinungen funktioniert perfekt; es gibt fast keine Leser.

Jan Deichmohle

Pick Up: Shit Tests und Alpha-Männchen

Ich selbst betreibe zwar Pick-Up, bin aber alles andere als ein Pick-Up-Guru. Jeder Profi würde mir als erstes vorhalten, dass ich viel zu selten auf die "Jagd" gehe, um es archaisch auszudrücken - was unmittelbar dazu führt, dass ich zuwenig Erfahrung sammle. Denn es verhält sich so: Die ganze Theorie ist nichts im Vergleich zur gelebten Erfahrung. Zehn mal Ansprechen ist mehr wert als zehn Bücher zum Thema.

Im Folgendem gehe ich auf zwei Themen ein, die aber eng zusammenhängen, auf einen Punkt gebracht lässt es sich so sagen:
Ein Alphamann besteht jeden Shittest.
Diese Direktive beinhaltet zwei Punkte, nämlich
1.) Sei ein Alpha
2.) Konter einen Shittest

Um der Pointe vorwegzugreifen: Ich selbst bin kein Alpha, mache auch keine Anstrengungen, einen solchen zu markieren, und wenn mir eine Frau einen groben Shittest an den Kopf wirft, sage ich: "Tschüss".

 Eventuell ist es nötig, hier erstmal zu erklären, was ein Shit-Test ist. Hierbei handelt es sich um einen Test, mit welchem Frauen den Charakter eines Mannes testen, häufig tun sie es unbewusst (so lautet zumindest die Theorie). Da ja Frauen ständig auf der Suche nach dem "guten Ernährer" sind, also einem Mann, der in einer feindlichen Welt bestehen kann, testen sie auf genau diese Eigenschaften. Und wer ist der beste Ernährer? Eben der Alpha-Mann! Primitive Frauen schmeißen einem dabei einfach eine Beleidigung an den Kopf; andere testen so sanft, dass man es nicht mal mitbekommt. Wichtig dabei ist, wie der Getestete reagiert - erfolgreich ist man dann, wenn man sich durch einen Test nicht in seinem Selbstbewusstsein erschüttern lässt.

Der erste Punkt hierbei ist - und das ist besonders für Feministinnen interessant - ob es sich bei einem Shit-Test tatsächlich um einen Test handelt und nicht einfach nur um Ablehnung und Desinteresse. Denn das ist der Punkt: In Pick-Up-Foren gibt es kein Ablehnung, sondern eben nur Tests, die man zu bestehen hat; und hier kriegt eine Feministin der "Nein-heißt-Nein"-Fraktion das kalte Kotzen.

Gut, Feministinnen interessieren mich nicht weiter, was mich aber interessiert ist die Würde der Jünglinge. Und hier kann ich beim Mitlesen in Pick-Up-Foren nur noch den Kopf schütteln: Da berichten junge Männer über massive Demütigungen von Frauen, und sie denken nicht daran, dieser Tussi einfach den Stinkefinger zu zeigen, sondern nur daran, wie man sowas am besten kontern könnte - also den Shit-Test zu bestehen. Zu diesem Zweck gibt es in einigen Pick-Up-Foren ganze Spiele, in welchen Sprüche von Frauen gepostet werden, um darauf die beste Antwort zu finden.

Und genau hier ist der Punkt erreicht, wo ich nicht mehr mitspiele. Ich erwarte von einer Frau, dass wenn sie Interesse hat, mitarbeitet. Ich bin kein Alpha-Mann und will einen solchen auch nicht markieren, da ich keine Lust habe, eine Beziehung zu führen, in welcher ich dominieren muss - was nicht heißt, dass ich meine Interessen nicht vertrete.

Die Alpha-Mann-Theorie erfreut sich in Pick-Up-Kreisen großer Beliebtheit, und ist vermutlich auch sehr erfolgreich (denn sonst würden andere Theorien propagiert), nur für mich bedeutet es, dass ich mich verstellen müsste, mich verleugnen; da nehm ich lieber einen Korb in Kauf.

Ein gutes Modell hierfür stammt von Aaron Sleazy; ihn habe ich auch persönlich kennengelernt, und damals hatte er noch einen schmuddeligen Punk-Look drauf, der einen zweifeln ließ, ob er wirklich so erfolgreich bei Frauen sei, wie er es behauptete.

Von ihm stammt das "Ampel-Modell". Wenn Du eine Frau ansprichst, kannst Du ihre Reaktion in drei Farben einordnen: Rot, Gelb oder Grün. Rot erklärt sich von selbst: Weiter zur Nächsten. Gelb bedeutet, sie ist unentschlossen, das bedeutet eine Herausforderung. Das heißt, Du kannst sie vielleicht verführen, genauso kannst Du dir aber auch einen weiteren Korb einhandeln. Zu Übungszwecken solltest Du es aber auf jeden Fall probieren - Erfahrungen sind kostbar und bringen dich weiter, auch wenn Du scheiterst. Grün: Viel Spaß beim Flirt!

Mittwoch, 1. April 2015

Alice Schwarzer widerruft

Alice Schwarzer zu ihrem Lebenswerk in der EMMA:
Mein Großvater hat mir Liebe und Zuneigung geschenkt, er liebte mich und ich liebte ihn, eine Liebe, wie ich sie durch meine Mutter oder Großmutter niemals erfahren habe. [...] Insofern litt ich darunter, wie mein Großvater unter seiner Frau litt, die ihm das Leben zur Hölle machte. Ich fragte mich, warum er sich das gefallen ließ, warum sich das Männer überhaupt gefallen ließen - ihr ganzes Leben lang arbeiten Männer für Frauen und werden dann noch beschimpft... [...] Ich erkannte, dass Männer Sklaven der Frauen sind, was sie sich in ihrer Liebe zu den Frauen aber nicht bewusst sind [...] Der Mann musste befreit werden, nur wie? Niemals würde sich der Mann gegen die Frau auflehnen, es sei denn, seine Situation würde unerträglich. Also traf ich eine Entscheidung, die mein ganzes Leben prägen würde: Ich würde die Daumenschrauben des Mannes immer weiter anziehen, bis er es nicht mehr aushielte und in die Revolution gegen die Frau ginge [...] Diejenigen, die ich befreien wollte, würden mich hassen, es war die schwerste und folgenreichste Entscheidung meines Lebens.
 Hier findet man den ganzen Artikel.